Dein Thema des Tages
00:00:02: Was macht uns als Mensch denn überhaupt aus?
00:00:05: Und zwar unsere Emotionen, unsere Gefühle.
00:00:08: Das was wir in uns tragen.
00:00:09: durch den Konsum verliert sich das Ganze einfach.
00:00:12: man geht oder man kommt durch den konsum immer weiter von seinem tiefsten Inneren.
00:00:17: ich weg eben um seinen eigenen Problem aus dem Weg zu gehen.
00:00:32: M-Phoenix
00:00:34: M-Auto
00:00:34: M.M.M.,
00:00:37: Dein Thema des Tages Seit zwei Jahren ist Pinoclin und befindet sich inzwischen in einer Langzeittherapie.
00:00:44: Hinter ihm liegen ungefähr siebzehn Jahre, in denen Drogen und Haft sein Leben bestimmt haben.
00:00:50: Aber wie kommt es zu so einer Lebensgeschichte?
00:00:52: Davon erzählt uns der einund dreißigjährige aus Nürnberg jetzt.
00:00:56: Ich bin gebürtiger Nürmberger, bin aber dual aufgewachsen, ich bin Halb-Filipino und hab da auch die Hälfte meiner Kindheit mit verbracht.
00:01:03: Bin auch mit in die Schule gegangen, aber ansonsten war ich eigentlich auch die restliche Zeit hier in
00:01:07: Deutschland.".
00:01:08: Seine Kindheit beschreibt er als kompliziert und verwirrend.
00:01:11: Er wächst zwischen zwei sehr unterschiedlichen Welten auf.
00:01:14: Zu seiner zweiten Heimat, den Philippinen hatte eine enge Verbindung.
00:01:18: Gleichzeitig erlebt er Deutschland eher als fremd und kalt.
00:01:22: Durch häufige Umzüge und die mangelnde Aufmerksamkeit seiner Eltern fehlt ihm ein Gefühl von Zugehörigkeit.
00:01:28: Er fängt schon sehr früh an zu konsumieren um mit seinen Problemen und Gefühlen umzugehen.
00:01:33: Als Jugendlicher greift er häufig zur Flasche.
00:01:36: Also mit dreizehn, vierzehn habe ich ja das Konsumieren angefangen.
00:01:39: Da ging es hauptsächlich erst mal um Alkohol und Cannabis.
00:01:42: Mit sechszehnt, siebzehn kamen dann auch härtere Sachen dazu in Form von chemischen Drogen, Designerdrogen, MDMA-Speed oder auch Metamphetamin oder Kokain.
00:01:52: Für Pino bleibt es nicht beim gelegentlichen Konsum.
00:01:55: Aus der mit Konsum verbundenen Bewältigungstrategie wird nach und nach ein fester Bestandteil seines Lebens.
00:02:02: So geht es vielen Menschen die von einer Suchtkrankheit betroffen sind.
00:02:06: Diese können sich Hilfe bei Suchtberatung stellen wie den Blauen Kreuz München TV suchen.
00:02:10: Der Verein bietet unter anderem Selbsthilfegruppen und Beratung für Menschen mit Suchtproblem an.
00:02:15: Norbert Gerstlerer, Leiter des Koordinationsbüros des Blauen Kreuzes erklärt, wie aus einem scheinbar hilfreichen Umgang mit Problemen eine Abhängigkeit entstehen kann.
00:02:25: Wenn Sie gelernt haben, dass wenn sie unter Stress sind und Sie trinken Alkohol und merken, oi dadurch ändert sich bei mir emotional etwas.
00:02:33: Ich kann mit dem Stress besser umgehen
00:02:34: usw.,
00:02:35: wird es im Gehirn abgespeichert als Tool.
00:02:38: Wir trainieren das an, lernen das und dann wird das alltäglich ein Stück für Stück getritt der Alkohl oder die Droge immer mehr in den Vordergrund und bestimmt auch unser Leben bis zudem eines Tages komplett zu leben, bestimmt wo wir dann untersucht sind.
00:02:53: Die Sucht beeinflusst immer mehr Bereiche seines Lebens, auch mit dem Gesetz gerät dazu nehmend im Konflikt.
00:02:59: Mit siebzehn Jahren fängt Pino an zu dielen – mit einundzwanzig wird er zu fünf Jahren Haft verurteilt.
00:03:05: Ein Jahr verbringt er im Gefängnis, weitere vier in einer Maßregel Vollzugsanstalt.
00:03:11: Im Jahr ist
00:03:16: der Ausflag gegebene Grund, dass meine Sucht und meine Verdrängungsversuche von meinen eigenen Problemen dazu geführt haben.
00:03:23: Dass ich einfach immer hemmungsloser geworden bin und auch in my Entscheidungen getroffen habe, die ich so nicht dann nie wirklich getroffen hätte... ...die da einfach dazugeführt haben, dass sich einfach straffällig wurde!
00:03:33: Ich kam mich noch gut an den Tag meiner ersten Festnahme erinnern.
00:03:36: Also mir ist wirklich gefühlt ein Stein vom Herzen gefallen dass es endlich vorbei ist.
00:03:40: Ja, das hat natürlich weh getan auch irgendwo die Enttäuschung irgendwie von den Ängsten irgendwo zu
00:03:44: sehen.".
00:03:45: Doch
00:03:45: wie eng hängen Sucht und Kriminalität eigentlich zusammen?
00:03:49: Warum ist Sucht oft mit Kriminalitet verbunden?
00:03:52: Das hat mir Herr Gerstlacher erklärt.
00:04:21: Eine Suchterkrankung bedeutet also nicht automatisch kriminell werden.
00:04:25: Sie kann aber weitere Probleme nach sich ziehen, die das Leben zunehmend bestimmen.
00:04:29: Pino musste diesen Weg gehen!
00:04:53: Zu dieser Zeit fängt Pino an, seine eigenen Songs zu schreiben.
00:04:57: Gemeinsam mit Freunden produziert er Musik und findet darin ein Weg das zu verarbeiten was er erlebt hat.
00:05:03: Seine Songs sind lange etwas ganz persönliches.
00:05:06: Heute möchte er seine Musik nicht mehr nur für sich machen Erteilt sie mit anderen in der Hoffnung damit Menschen zu erreichen die sich in seinen Erfahrungen wiederfinden.
00:05:25: Die Musik habe ich schon recht früh angefangen.
00:05:27: Schon so mit vierzehn, fünfzehn habe ich angefangen Texte zu schreiben hauptsächlich zur eigenen emotionalen Regulation und Verarbeitung von gewissen Themen.
00:05:35: familiär ist was einem so tief im Herzen sitzt das man vielleicht auch nicht irgendwie mit jedem teilen kann und hab damit einfach auch irgendwo Druck abgebaut das Ganze irgendwo versucht mir zu verarbeiten parallel zum Konsum.
00:05:47: Ich konnte mich so einfach am besten ausdrücken und auch mir selber immer wieder besser klar werden, was ich denn überhaupt empfinde.
00:05:53: Wieso?
00:05:54: Ich dann etwas zu empfinden.
00:06:08: Und dann kommt der Punkt an dem sich Pinos Leben ändert.
00:06:12: Zum ersten Mal hatte die Möglichkeit, sich bewusst mit seinem Leben auseinanderzusetzen.
00:06:17: Während seiner Bewährung beginnt er wieder zu tätowieren – ein Hobby das er schon mit sechzehn Jahren angefangen hat!
00:06:23: Dabei findet er wieder zurück in einen geregelten Alltag.
00:06:26: Wo ich dann wieder ein bisschen mehr zu mir gefunden habe und auch mein Wert gefunden habe, in der Welt hab' ich dann für mich das Tätowieren entdeckt und durch das Tättowieren habe ich es am Ende geschafft rauszukommen.
00:06:37: Stück für Stück jeden Tag etwas mehr.
00:06:40: Das ging nicht von heute auf morgen aber ich habe auf jeden Fall wieder einen anderen und einen viel sinnvolleren Sinn gefunden weiterzumachen Und nicht mehr auf irgendwelchen schiefen Bahnen meinen Geld reinholen zu müssen.
00:06:51: Heute lebt Peno abstinent und macht eine zweite Therapie.
00:06:55: Für ihn bedeutet der Weg aus der Sucht, dass er nicht nur erkennt, ogen zu nehmen – er will sich ein Leben aufbauen indem er ohne sie zurechtkommt.
00:07:02: Aber die Entwicklung von den eigenen Schmerzen, Problemen und Wunden, die man mit sich trägt das ist ein lebenslanger Prozess.
00:07:09: Das wird nie wirklich aufhören.
00:07:10: es ist jeden Tag immer wieder ne Entscheidung die man treffen muss für sich selbst etwas anders machen und etwas nicht mehr zu wiederholen.
00:07:16: Seine Geschichte ist kein Einzelfall.
00:07:18: Trotzdem haben Betroffene mit stigmataren Vorteilen zu kämpfen.
00:07:22: Sie sollen die Schuld an ihre Erkrankung tragen und einfach nur mit dem Konsumieren aufhören – das blaue Kreuz spricht sich deutlich gegen diese Vorteile aus!
00:07:52: Heute weiß Pino, aus der Sucht herauszukommen bedeutet nicht die Vergangenheit hinter sich zu lassen.
00:07:58: Es bedeutet, jeden Tag neu zu lernen mit ihr zu leben und sich sein Gefühlen zu stellen.
00:08:03: Diese Erkenntnis möchte er weitergeben an seinen kleinen Bruder und an alle Menschen die mit sich kämpfen.
00:08:09: Es gibt immer einen neuen Tag.
00:08:11: nach jeder Nacht folgt ein neuer Tag.
00:08:13: das Leben geht weiter und aufgeben ist einfach nicht drin denn jeder von uns ist es wert den nächsten Schritt tun zu dürfen.
00:08:20: Pino hat sich sein Leben zurückgekämpft.
00:08:22: Die Vergangenheit und seine begangenen Fehler können nicht ändern Aber heute kann er entscheiden, wie seine Geschichte
00:09:04: weitergeht.